Glossar (Kleines Wörterbuch der liturgischen Fachbegriffe in alphabetischer Reihenfolge)


Abkürzungen: Arab.: Arabaisch; B: Bischof; GL: Göttliche Liturgie; Gr.: Griechisch; P: Priester
* verweist auf im Glossar beschriebene Begriffe.

A

Al yauma: Troparion direkt vor dem Beginn der Liturgie der Gläubigen

Altar: großer Opfertisch in der Mitte des Heiligtums

Altardiener: vertritt mit seinem Dienst die ganze Gemeinde; ist kein „Messdiener“, da die GL keine katholische Messe ist

Altargeräte (von links nach rechts in der Reihenfolge, wie sie auf der Prothesis liegen sollen):
auf der Prothesis (großer Tisch) links oben: zusammenfaltet der Aer (großes Tuch mit zwei Stoffstreifen, mit dem die Gaben auf der Prothesis am Ende verhüllt werden); darauf zwei zusammengefaltete Velen (Verhüllung von Diskos und Kelch); darauf der zusammengeklappte Asteriskos (Gr. „Stern“; wird auf den Diskos gestellt wird u. symbolisiert den leuchtenden Stern aus dem Weihnachtsevangelium; auf der Prothesis mittig am vorderen Tischrand: Schneidebrett mit Prosphore, Messer u. Lanze/Speer; ganz mittig: Diskos (Gr. „Teller“; ein Teller mit Fuß); rechts daneben der Kelch; rechts daneben Kalima (rotes Kelchtuch), darauf der Kelchlöffel; auf dem rechten kleineren Tisch: Schüssel u. Karaffe mit Wasser zur Händewaschung; Körbe, in die nach der Proskomidie das Antidoron kommt

Anaphora: Hochgebet, beginnt nach dem Trishagion („Heilig, heilig, heilg“) u. meint die Wandlung samt Epiklese und weiteren Gebeten

Antidoron: Gr. „Gegengabe“ = Kleine gesegnete (aber ungeweihte, d. h. kein Leib Christi!) Brotstücke, die der Priester am Ende der Liturgie den Gläubigen oder Gästen aus den Körben gibt

Antimension: Spezielle, in einem größeren Tuch liegende Stoffikone der Grablegung Christi mit der Unterschrift des Metropoliten; oft mit einer Reliquie versehen

Antiphon: Gr. „Antwortgesang“; meist der Gesang nach der Ektenie

Asteriskos: Gr. „Stern“; wird auf den Diskos gestellt wird u. symbolisiert den leuchtenden Stern aus dem Weihnachtsevangelium

B

Bischofsliturgie: Besonderheiten der Liturgie, wenn der B anwesend ist: auf dem Altar stehen links das Dikirion u. rechts das Trikirion; B zieht beim Kleinen u. Großen Einzug nicht mit ein; Händewaschung nach ?

C

Chor: Der Protopsalits* sowie die Sängerinnen und Sänger bilden den Chor, der – wie auch die Altardiener – in der Liturgie die Gläubigen vertritt, insofern er sind und antwortet, was idealerweise die Gläubigen singen und antworten sollten.

Credo: Glaubensbekenntnis (gr. „Symbolon“)

D

Dikirion: Leuchter mit zwei Kerzen, für die Bs-Liturgie

Diakon: Erste Weihestufe des dreigeteilten Amtes von Diakon-Priester-Bischof.

Diskos: Teller m. Fuß, auf dem das hl. Brot bis zur Brechung liegt

Doxologie: Gebet „Ehre sei Dir, der Du zeigtest das Licht, Ehre sei Gott in der Höhe“ vor dem Al yauma

E

Ekphonse: Gr. „Laut“: Abschluss einer Ektenie oder eines Gebetes, meist beginnend mit „Denn Dein ist …“

Ektenie: Fürbitte; zu Beginn der GL die Große E. und zweimal die Kleine E.

Epiklese: Gr. „Herabrufung“ des Hl. Geistes auf die Hl. Gaben von Brot und Wein

Epistel-Buch / Epistolar: s. Lektionar

Evangeliar: Buch mit den Lesungen aus den Evangelien, das meist auf dem Altar liegt

G

Gläubige: Alle Getauften und mit Myron Gesalbten, die auf diese Weise zur Nachfolge Christi berufen wurden

Göttliche Liturgie (Abk. GL): Liturgie der Eucharistie, die bereits mit dem Betreten der Kirche beginnt; es folgen Kairon, Proskomidie, Al yauma, Doxologie, Liturgie der Katechumen, Liturgie der Gläubigen; Entlassung mit Antidoron

Großer Einzug: Prozession durch die Kirche, die urspgl. dem Holen der hl. Gaben von Brot und Wein aus dem Narthex* oder einem anderen Ort in der Kirche diente

H

Heiligtum: Altarraum hinter der Ikonostase

Hypodiakon: Höchstes und letztes Amt der sog. Niederen Weihen

K

Kairon (Arab. „Kiron“; Gr. „Keron“): Gr. „richtiger Zeitpunkt“; Vorbereitungsgebete des Klerus von Ikonostase vor Betreten des Heiligtums

Kalima / Kalyma (gr.): rotes Kelchtuch, s. auch Maktron*:

Katechumenen: Taufbewerber, die früher die Liturgie vor dem Credo verlassen mussten

Kelchtuch: s. Kalima und Maktron

Kirche: Gr. „Ekklesisa“; Hebr. „Knesset“; Arab.““Knisset“, wrtl. „Versammlung“: 1) die Gemeinschaft der Gläubigen; 2) das Gotteshaus, auch „Tempel“ genannt

Kleiner Einzug: Einzug von der Kirche ins Heiligtum, der urspgl. dazu diente, das Evangeliar zu holen

Klerus: alle per Cheirotonia („Gr. Handauflegung) geweihten Geistlichen, nämlich B, P, und D; nicht aber Hypodiakone

Kollekte: Opfergaben der Gläubigen in Geldform

Kommunion: (Gr. „Koinonia“): Empfang der Hl. Gaben v. Brot und Wein

L

Lektionar: Buch mit den Lesungen aus den Apostelbriefen (Gr. „Episteln“)

Liturgie der Gläubigen: 2. Hälfte der GL vom Credo bis zum Ende der GL

Liturgie der Katechumenen: 1. Hälfte der GL von der Eröffnung der GL bis vor das Credo, nach der die Katechumenen* die Kirche verlassen mussten

Liturgie: Gr. „Handlung des Volkes“

Liturgische Geräte: s. Altargeräte

Liturgische Gewänder: (der Reihenfolge beim Anziehen nach) 1) Sticharion (Gr. „Untergewand“); 2) Epimanikien (Gr. „Armbänder“ aus Stoff); 3) Epitrachilion (Gr. „Um den Nacken“), auch Patrichil genannt; 4) Gürtel von B/P; 5) Phelonion; (Gr. Obergewand“); 6) Orarion (Gr. „Zum Beten“: Stoffstreifen über der linken Schulter des D); 7) Sakkos (Obergewand v. B), 8) Mitra (Krone) von B

M

Maktron: (Gr.): s. Kalyma

N

Narthex: früher der hintere Vorraum der Kirche

O

Orthros: Morgengebet (Mette) aus Matutin und Laudes

P

Prokimenon: Vers vor der Lesung, der oft eine Art „Inhaltsangabe“ ist

Proskomidie: Gr. „Gabenbereitung“ vor der Liturgie der Gläubigen

Prosphore: 1) Brot, das der P bei der Prothesis für die spätere Anaphora vorbereitet. 2) Großes Opferbrot als Gabe der Gläubigen, das am Ende dr Liturgie als Antidoron* gegeben wird.

Prothesis: Gr. „Rüsttisch“, an dem die Gabenbereitung vor der Liturgie der Katechumenen stattfindet

Protopsaltis: Vorsänger, der erste Chorsänger u. -leiter

T

Trikirion: Leuchter mit drei Kerzen für die Bs-Liturgie

Troparion: bestimmtes Gesang, der meist den Heiligen gewidmet ist, derer in der Liturgie gedacht wird

W

Wandlung: die Wandlung von Brot und Wein in den Hl. Leib u. das Hl. Blut Christi;

Z

Zeon: Heißes Wasser, das die Glut des Hl. Geistes symbolisiert und nach der Wandlung in den Kelch gegeben wird