Ein früher Blutzeuge für Christus (Gedenken am 20. Dez.)

  • Vielleicht geboren vor dem Jahr 30 n. Chr., denn nach einer späten Legende war er das Kind, das Jesus in die Mitte der streitenden Jünger stellte (vgl. Mk 9,33-37; Mt 18,2)
  • „Gottesträger“ (Theophoros) genannt wegen seines leidenschaftlichen Glaubens
  • Gilt als Schüler des Petrus und Johannes; daher zählt er zu den „Apostolischen Vätern“ des 2. Jh., die manche Apostel entweder selbst noch kannten oder selbst welche waren wie Quadratus, der nach orthodoxer Tradition zu den 70 Aposteln gezählt wird
  • Nach Petrus und Euodios (+ 69 n. Chr.) war er der dritte Bischof bzw. Patriarch von Antiochia, der damals nach Rom und Alexandria drittgrößten Stadt der Welt, in der die Jünger zum ersten Mal „Christen“ genannt wurden (vgl. Apg 11,26).
  • Alle Patriarchen von Antiochien – vor allem die syrisch-orthodoxen – tragen zu seinen zusätzlichen den Namen Ignatios.

Sieben Briefe, die als echt gelten, sind von ihm überliefert. Darin …

  • … betont er die Einheit der Kirche mit Christus, wobei er als erster das Adjektiv „katholisch“ im Sinne von „allumfassend““ verwendet: „Wo Christus ist, dort ist die katholische Kirche.“ (An die Smyrnäer 8,2).
  • … hebt er hervor, dass der Bischof Christus repräsentiert: „Es ist klar, dass man den Bischof wie den Herrn selbst ansehen muss“.
  • … gilt als einer der ersten Zeugen für das dreigliedrige Amt von Bischof, Priester und Diakon (An die Smyrnäer 8,1f.), das die Einheit der Kirche mit Christus verkörpert: „Es ziemt sich für euch, entsprechend dem Denken des Bischofsvoranzuschreiten, wie ihr es auch tut. Denn euer zu Recht gerühmtes und seines Gottes würdiges Kollegium der Presbyter ist so harmonisch mit dem Bischof verbunden wie die Saiten mit der Zither. Deshalb wird in eurer Eintracht und in eurer symphonischen Liebe Jesus Christus besungen“ (An die Epheser).
  • … verteidigt er die Dreiheit der göttlichen Personen und warnt vor Irrlehren, besonders dem Doketismus.
  • … bezeugt er die Jungfrauenschaft der Gottesmutter: „Die Jungfrauschaft Marias und ihr Gebären blieben dem Fürsten dieser Welt verborgen, ebenso auch der Tod des Herrn, drei laut rufende Geheimnisse, die in der Stille Gottes vollbracht wurden“ (An die Epheser).
  • … nennt er die Eucharistie „Heilmittel zur Unsterblichkeit“ (Brief an die Epheser).

Wohl um 110 n. Chr. wurde er in Rom zum Märtyrer, von Löwen zerfleischt:

„Lasst mich eine Speise der wilden Tiere werden; durch sie ist es mir möglich, zu Gott zu kommen. Weizenkorn Gottes bin ich, und durch die Zähne der Tiere werde ich gemahlen, damit ich reines Brot Christi werde.“ (An die Römer)

· Orthodoxer Gedenktag am 20. Dezember