Griechisch-Orthodoxes Patriarchat von Antiochien und dem ganzen Osten
Wichtiges im Überblick (Stand: März 2023):

- Bezeichnung: offiziell: Griechisch-Orthodoxes Patriarchat von Antiochien und dem ganzen Osten; inoffiziell: Rum-orthodoxes Patriarchat
- Sitz: Damaskus; bis 1354 Antiochia (Antakya)
- Kathedrale: Seit 1342 die Mariamitische Kathedrale (Damaskus); vom 4. Jh. bis zur islamischen Eroberung 636 die heutige Umayyaden-Moschee
- Gründung: Durch Petrus und Paulus
- Gründungszeit: Apostolische Zeit, vgl. Apg 11,26
- Oberhaupt: Seine Seligkeit Johannes X. (Yazigi) (seit 2013)
- Gremium: Heilige Synode
- Zuständigkeit: Ant.-orth. Diözesen weltweit
- Gläubige: ca. 3 Millionen weltweit
- Diözesen: 22, davon 3 in Europa (D, F, UK)
- Vikariate: 5
- Metochien (Vertretungen): Moskau und Limassol (Zypern)
- Status: Autokephal (selbstverwaltend)
- Ritus: Byzantinisch (Griechisch-orthodoxe Tradition; bis um Jahr 1000 wurde der antiochenische Ritus auf Griechisch gefeiert)
- Liturgiesprache: Arabisch und jeweilige Landessprache; (Alt-)Griechisch
- Institutionen: u. a. Schulen, Hilfsorganisationen, Al-Hosen-Krankenhaus, Balamand-Univeristät (Libanon)
- Kalender: Gregorianisch, bis auf die Osterzeit
- Webseite: https://antiochpatriarchte.org/en/home (auf Englisch)
Patriarch Ignatius IV. (*1921, von 1979-2012)

Patriarch Ignatius IV. war der als 170. Nachfolger des Apostels Petrus auf der Kathedra von Antiochien. Bei seinem Deutschland-Besuch im Jahr 1997 richtete an die Gläubigen folgende Worte:
„Gott gestattete, dass Ihr hierher kommt, damit Ihr die Menschen mit der Orthodoxie bekanntmacht. Ihr seid Missionare, ebenso unsere Kinder in Amerika, Australien und Europa insgesamt …
Es [gibt] kein Problem, wenn Ihr Deutsch sprecht. Wir alle lesen die Bibel in verschiedenen Sprachen, weil uns die Sprache nicht interessiert, sondern die Bibel selbst.“
(Antiochia. Zeitschrift der Griechisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien in Deutschland (Rum-Orthodox) 3/1997, 25; hier zitiert nach Wolfgang Hage: Kirche und Nation im orientalischen Christentum, in: Die Marburger Gelehrten-Gesellschaft Universitas litterarum nach 1968, hg. v. Volker Mammitzsch u.a., Berlin/Boston: De Gruyter 2016, S. 306 .309.)
Ein Kommentator ergänzte: „Da zeigt sich dieselbe Öffnung der Kirche zur Gesellschaft allgemein, wie sie ihr als arabischer Kirche im Orient selbstverständlich ist. Das aber heißt, um es mit der Verhältnisbestimmung der beiden Begriffe „Kirche“ und „Volk“ auszudrücken: Die Rum-Orthodoxe Kirche von Antiochia weiß sich (wie im Orient, so auch in ihren Gemeinden weltweit) als „Kirche für das Volk“, nämlich für das Volk, in dem sie lebt“
(Wolfgang Hage: Die orientalischen Kirchen in Europa, in: Oriens Christianus. Geschichte und Gegenwart des nahöstlichen Christentums. Hg. v. Sabine Gralla, Münster et. al. 2003, 116).
Patriarch Ignatius IV. gilt als ein großer Förder der vielfältigen Jugendbewegung (darunter der MJO und eine sehr lebendige Pfadfinderschaft), die unter seiner Amtszeit weiter aufblühte und „eine im orthodoxen Bereich eher ungewöhnliche aktive Jugendarbeit“ (Wikipedia) mit sich brachte.
Patriarch Johannes X. (seit 2013)

Patriarch Johannes X. sagte bei seinem Amtsantritt:
„Damit ein Christ seine Mission innerhalb der Gesellschaft erfüllen kann, muss er diese Gesellschaft zuerst akzeptieren und lieben, sogar wenn sie gefährlichen Trends folgt, sogar wenn sie korrupt und böse ist und sogar wenn ihre Werte mit dem christlichen Gewissen kollidieren.“
Patriarch Johannes X. von Antiochien, Erster Pastoralbrief vom 17.02.2013, 1. Kap., 3. Absatz (im Original englischer Text).
Die Antiochenisch-Orthodoxe Metropolie von Deutschland und Mitteleuropa
Wichtiges im Überblick:
- Sitz: Köln
- Gründung: Durch Seine Seligkeit Patriarch Johannes X.
- Gründungsdatum: 2013
- Oberhaupt: Seine Eminenz Dr. Isaak (Barakt), Erzbischof / Metropolit
- Auxiliarbischof: Seine Exzellenz Hanna (Haikal), Berlin
- Gremien: Diözesanrat
- Rechtsstatus: Körperschaft des Öffentlichen Rechts (KdÖR, seit 2022)
- Gläubige: Die Angaben schwanken von 10.000 (2016) über 24.000 und 80.000 bis 106.000 (da keine Kirchensteuer eingezogen wird, liegen keine exakten Angaben vor)
- Herkunftsländer: Syrien, Libanon, Palästina, Jordanien und Irak, Türkei (vor allem die Hatay-Provinz in der Südosttürkei mit Hauptstadt „Antakya“, dem historischen Antiochia)
- Gemeinden: 31: 27 in D; 2 in A; 2 in NL
- Geistliche: 23 Priester, 4 Diakone
- Zuständigkeit: Ant.-orth. Gemeinden in Deutschland, Österreich und den Niederlanden
- Liturgiesprache: Arabisch und Deutsch; (Alt-)Griechisch
- Kalender: Gregorianisch, bis auf die Osterzeit
- Institutionen: u. a. Kloster (im Entstehen)
- Finanzierung: Spenden, keine Kirchensteuer
- Webseite: https://rum-orthodox.de
Metropolit Dr. Isaak (Barakat), Deutschlands erster rum-orthodoxer Erzbischof (seit 2013)

- Geburtsdatum: 1966 in Syrien
- Ausbildung: Studium der Rechtswissenschaften; Studium der Theologie; Promotion in Theologie (Univ. Thessaloniki)
- Datum der Diakonenweihe: 1999
- Datum der Priesterweihe: 2000
- Datum der Bischofsweihe: 2011
- Ernennung als Erzbischof: 25.11.2013
- Titel: Antiochenisch-orthodoxer Metropolit von Deutschland und Mitteleuropa
- Namenstag als Bischof: 28.09., Isaak von Ninive (der Syrer)
- Anrede: Eminenz; Sayidna; Herr Metropolit/Erzbischof
Bischof Hanna (Haikal)

- Geburtsdatum: im Libanon
- Ausbildung: Studium der Theologie
- Datum der Diakonenweihe:
- Datum der Priesterweihe:
- Datum der Bischofsweihe:
- Ernennung als Erzbischof:
- Titel: Bischof von Palmyra
- Namenstag als Bischof: 07.01., Johannes des Täufer
- Anrede: Exzellenz; Sayidna; Herr Bischof
